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Geschichte von Ahe

Einige ausgewählte Aspekte zur Geschichte des Ortes Ahe 

"Ahe ist derjenige Ortsteil Bergheims, über den bislang der geringste historische Kenntnisstand herrscht." berichtet Heinz Andermahr, Archivar der Stadt Bergheim, in einem Aufsatz in einem Jahrbuch des Bergheimer Geschichtsvereins. Er fährt fort: "Diese Eigentümlichkeit liegt einmal darin begründet, dass bislang noch kein Historiker oder heimatkundlich Interessierter seine Vorliebe für den Ort entdeckt und zur Feder gegriffen hat; zum anderen aber auch darin, dass hier die Quellenüberlieferung so dürftig ist wie nirgends sonst in Bergheim."

 

Das die Informationen zur geschichtlichen Entwicklung unseres Stadtteils in der Tat nicht auf dem Präsentierteller serviert werden, hat schon Joachim Dieter Freisleben erfahren, der 1985 den damaligen Heimatverein OH (heutigen Verein für Heimat und Brauchtumspflege OH) initiiert und mitgegründet hat. Freisleben hat zahlreiche Archive und Quellen durchforstet und mühsam viele Informationen zum Ort Ahe gesichtet und gesammelt. Seine Notizen sind einsehbar, aber nicht veröffentlicht. Diese Arbeit ist inzwischen auch gewürdigt worden. Die nachstehenden Ausführungen basieren jedoch im wesentlichen auf den Erkenntnissen der Arbeit des Bergheimer Stadtarchivars Heinz Andermahr.

 

Ahe hat mit Wasser zu tun

 

Der Ortsname "Ahe" ist sehr alt und wohl vom indogermanischen Wort "Aha" abgeleitet. Es bedeutet soviel wie "Wasser" oder "Bach". Die Besiedlung dieses Stadtteils wird auf die fränkische Landnahmezeit zurückgeführt. Es wird vermutet, das die fränkische Siedlung unterhalb der heutigen Ortsbebauung, am ehesten in der Nähe der ehemaligen Burg und Mühle, liegt. Schriftliche Quellen setzen erst im Mittelalter an.

 

Die wahrscheinlich früheste Erwähnung Ahes kann auf eine Urkunde im Jahr 1182 zurückgeführt werden. Darin wird vermerkt, dass ein Freier, also ein Adliger Herr, namens Wolbert dem Stift Münstereifel seine Ländereien übereignet hat, unter anderem Ahe. Weitere Erwähnungen dieser Edelfreien liegen jedoch nicht vor. Ein Aussterben dieses Geschlechts um 1200 wird daher vermutet.

 

Eine Familie, die nach 1200 in Ahe Fuß gefasst hat, ist das Adelsgeschlecht der Familie von Wiedenau, die eine Burg südlich von Ahe bewohnte und es zu hohen Ämtern in der Jülicher Administration brachte. Schließlich siedelten sich auch Angehörige des niederen Adels an, die sich nach dem Ort Ahe benannten, so zum Beispiel Gobelin de Ay (1316) und Tilman de A (1338). Die Herren von Ahe gelangten auch in den Besitz der Aher Mühle. Es ist verbürgt, dass Arnold von Ahe dem Ritter Gerhard von Wiedenau 1368 die Mühle zu Ahe in Erbpacht verlieh. Es handelte sich um eine Getreide- und Ölmühle, die mindestens bis 1669 in Betrieb war. 1535 taucht ein Matthias von Ahe in den Quellen auf. Ob er mit den anderen Herren verwandt war? Schwer zu sagen, aber jener Matthias von Ahe besaß in Ahe immerhin eine Burg.

 

Herzöge von Jülich herrschten auch in und über Ahe

 

Über die Gerichtsbarkeit in Ahe verfügten die Herzge von Jülich. So wissen wir aus Quellenangaben, dass im Jahr 1447 der Herzog von Jülich aus dem "dorp Ae" im Amt Bergheim den Schatz in Höhe von 48 Gulden empfing. Derartige Abgaben stellten zur damaligen Zeit die für den Herzog wichtigste Einnahmequelle dar. Die Jülicher Landesherren verfügten aber schon früh über Eigentum in Ahe. So verzichtete am 21. August 1417 Gerhard von Widdendorf schriftlich zugunsten des Herzogs Reinalds von Jülich auf seine Rechte an den Gütern "zorn Raetgen" und "Ae" (Ahe).

 

Detaillierte Kenntnisse über unseren Ort haben wir erstmals aus dem Jahr 1669. Denn in diesem Jahr brachten die Amtleute des Amtes Bergheim eine sogenannte "Deskription" (Beschreibung) des "gantzen Ambt Bercheim" zu Papier. Diese Quelle behandelt sämtliche Einnahme und Ausgaben der Jülicher Landesherren in den Dörfern des Amtes Bergheim. Auf den Seiten 44 und 45 wird folgendes über Ahe geschrieben:

 

"Noch gehort under das Kirchspiel Heppendorff das Dorff Ahe, ohne Kirch oder Capell, sondern gehort nacher Heppendorff in die Kirch.

Das Dorff Ahe under Heppendorff gehorig hatt in sich 46 Sohlstätt (= Haussstätten), ihrer 3 unbewohnet undt unbebawet ligen, unter welchen 46 Sohlstätten seynt 2 freyer ackerliche Hove, ihrer einer Hochsteins Hoff gnant, des gewesenen Scholteiäen zu Aldenhoven Contzens Erben zustendig, hatt an Ackerlandt ungefehr 100 Morgen.

Der ander Burckmanshoff gnant, Rabano Hermanno Bertrams zustendig, hat an Ackerlandt ungefehr 73 Morgen neben den Benden undt Holtzgewäld, diese beide Hove zahlen in Gewin undt Gewerb Steur den 4. Morgen. Noch sindt sich daselbst eine Kommäl aiff der Erfft, hatt keinen Zwang, gibt des Contzen zu Aldnehoven Erben ahn Erbpfacht 7,5 Malter Roggen, Ihrer Durchlaucht aber nichts noch auch Wasser rendens, ist seeurbar gudt undt hatt vorhin noch ein Olligs Geleuff gehabt. Das Dorff hatt an steurbaren leneren sambt den Gewin und Gwerb etwas uber 300 Morgen.

Der Zehendt gehort den herren zu St. Gereon. Die Accies ist under der Heppendorffer mitbegriffen. Mit dem Zoll hats Beschaffenheit wie zu Heppendorff. Der Schatz wirdt erhoben wie bey Heppendorff vermeldet, undt entfallen Ihrer Durchlaucht daselbsten weiter nichts al 9 ... ."

 

Ab hier wird die Quelle unleserlich. Weitere Informationen, die den Ort Ahe betreffen, beziehen sich auf Wiedenau, die Fischerei und die Jagd. "Das Haus Wiedenaw unter das Kirchspell Heppendorff gehorigh ist ein freyadlich Ritterguet undt wirdt zum Landtagh beschrieben, ligt mit seinem 2 Vorhoven in seinem Wasser und Weyeren, wirdt ietzo vom Obristen von Eynatten beseän, hat an Ackerlandt etwan 170 Morgen, an Benden etwa 24 Morgen, welche umb das Haus liegen undt auff dem Heppendorffer Busch etwan 30 Gewalten. Der Fluß die Kleine Erfft scheidet auf dem Aher Broich das Colnische von dem Gulischen Landt, welchem der Straum zustendig, ist unbewust, wirdt doch geglaubt, daß solcher Ihrer Durchlaucht sambt der Fischereyen zustendig. Die Jagt gerechtigkeit betreffend sollen Ihre Durchlaucht die grobe Jagt außerhalb des Haus Wiedenaw, welches selbige im Aher Broich exercirt, allein haben, die kleine Jagt gerechtigkeit aber exerciren die Hauser Wiedenaw, Stammel undt Laag (= Laach) auff ihren Ackeren undt beyligenden Buschen."

 

1838: erste Kirche in Ahe

 

Eine erste Kapelle ist vermutlich um 1720 erbaut worden. Sie war dem Erzengel Michael geweiht. Diese Kapelle stand außerhalb des Ortes am Weg nach Heppendorf. 1838 wurde inmitten des Dorfes Ahe eine neue Kapelle erbaut. Sie wurde 1868 durch ein Nebenschiff und eine Sakristei erweitert. 1924 wurde Ahe eine eigenständige Pfarrei, weshalb auch wohl 1929 eine dreischiffiger Neubau erstand. Eine eigene Schule erhielt Ahe im Jahr 1816. Vermutlich besuchte die Schuljugend bis dahin den Unterricht in Heppendorf. 1861 wird von einer Elementarschule in Ahe berichtet. 1888 gab es in Ahe immerhin 35 Schüler und 45 Schülerinnen. Die Aufwendungen für die Schule wurden von der Gemeindekasse bestritten, wobei der preußische Staat Zuschüsse beisteuerte. Das anfänglich erhobene Schulgeld wurde 1861 in Ahe abgeschafft.

 

Rasante Einwohnerentwicklung erst mit Bau des Wohnparks

 

Ahe bestand zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus sieben Bauern- oder Gutshöfen und einer kleinen Anzahl von Tagelöhnerbehausungen. Die Höfe lagen teils außerhalb des Ortes und sind uns mit Namen bekannt: Eschermühle, Koppelshof, Burgmühle, Burg Wiedenau, Birkmannshof, Klapperhof und Stachenhof. Es wird vermutet, dass es um die 200 Menschen waren, die zu dieser Zeit in Ahe lebten. Eine genaue Angabe über die Einwohnerzahl finden wir im Jahr 1767: Es waren 209 Einwohner, 1798 waren es dann 304 Einwohner. Ausführliche Angaben erhalten wir dann wieder aus dem Jahr 1911, in dem 354 Menschen in Ahe lebten. Diese 354 Bürger/innen verteilten sich auf 72 Haushalte. Durchschnittlich lebten also fünf Menschen in einem Haushalt. Fast die Hälfte arbeitete in der Landwirtschaft. Einen Schub in der Bevölkerungszahl erlebte Ahe 1968, als der Wohnpark gebaut wurde. Knapp 800 Wohneinheiten wurden geschaffen. Heute leben in Ahe über 3.300 Menschen.

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